Meinungen

Corona-Krise Problem oder Chance für Migrant*Innnen?

Schwer ist es

Wenn man neu in ein Land kommt, hat man es nie leicht. Selbst wenn „man“ angeworben wird, weil Arbeitskräfte fehlen, noch weniger wenn „frau“ gekommen ist, weil sie in der Heimat verfolgt wurde. Schon wenn man aus der Nähe kommt ist es schwer, noch mehr wenn der Weg länger war, geografisch, sprachlich, kulturell.

Und jetzt in der Gesundheits- und Wirtschaftskrise? Sicher noch schwerer, weniger Jobs, mehr Konkurrenz, jede*r denkt an sich.

Oder doch nicht?
Migrant*Innen können besser mit neuen Situationen umgehen. Haben vieles erlebt, Krankheiten, Konflikte in der Heimat, sie können viel besser mit Internet und Handy umgehen als ältere Inländer*innen, sie wissen billigere Bezugsquellen.

Sie wollen dass man Ihnen hilft, und wissen das die Voraussetzung dafür ist dass sie selbst dreimal helfen. Der Nachbarin beim Einkaufen, dem Beisel um die Ecke bei der Zustellung von Essen. Wenn die Pflegerin ausgefallen ist, einspringen- vielleicht auch nur für ein paar Stunden.

Wir schauen in der Krise mehr wer in der Nähe wohnt, wir sind weniger Stolz Hilfe anzunehmen. Und wenn wir sie bekommen, sind wir dankbarer als sonst. Wir „Inländer*innen“, genauer gesagt: wir, deren Eltern oder Großeltern eingewandert sind. Wie der Großteil der Wiener*Innen. Wie ich.

Nützen wir die Krise, seien wir neugieriger. Lernen wir von anderen, die in der Nähe wohnen und aus der Ferne kommen. Es war ein österreichischer Ökonom der gesagt hat, große Neuerungen kommen in der Krise „never waste a crisis“, und wo hat er gelebt? In Wien, Kairo und in Amerika. Überall sind Veränderungen schwierig aber sie bringen uns alle an bessere Ufer.

Wenn wir „die Meinung“ hören und von ihr lernen

Karl Aiginger

Querdenker mit Migrationshintergrund
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